Unsere Intention // Our intentions

 

Diskriminierung- und hierarchiearmes Festival // non-discriminatory and hierarchy poor space

Wir sind hier, weil wir keinen Bock auf den Mainstream mit seiner Wachstumssucht, seinem Leistungsdruck und dem Einheitsbrei haben. Somit feiern wir die Vielfalt und sehen uns als subkultureller Raum. Nichtsdestotrotz haben wir kein Interesse an dämlichen Ideologien und Logiken, wie
//
As we are not organizing the festival for supporting the mainstream with its dependency to grow, pressure to perform and need to be uniform we feature the diversity of society by providing ours as a sub-cultural space.We are nevertheless not interested in supporting stupid ideologies such as

  • Aufgrund des aktuell grassierenden Rassismus wollen wir gern darauf hinweisen, dass auch dies eine Diskriminierung ist, die wir nicht akzeptieren. Menschen aufgrund ihrer Kultur und/oder Herkunft zu verurteilen, wird nie den Menschen gerecht. Von einer “Bedrohung des Abendlandes” zu schwafeln und davon zu sprechen dass “Deutschland islamisiert” werden würde, impliziert, dass Menschen die einem bestimmten “Kulturraum” zugerechnet werden prinzipell schlecht und böse sind. Auch Menschen aufgrund ihres Aussehens/Hautfarbe bestimmte Merkmale zuzusprechen und diskrimminierende kolonial-geprägte Sprache zu nutzen ist Teil dieser Diskriminierungsart.

    // Due to the racism matter which is spreading currently we have to point
    out that we won‘t accept it because people are discriminated by
    racism. To judge people by reason of their culture or their origin
    is never the way to treat human. People are stigmatised as good or
    bad only by the fact that their contries of origin are related to a
    special cultural region and some are babbling of the „threatening
    to the occident“ or that Germany would be „islamised“. To
    discriminate people by attributing special characteristics to them
    because of their look / skin colour or by using colonial-coined
    speech is part of this kind of discrimination.
  • Wir alle werden erzogen in einer Gesellschaft, welche geschlechterspezifische Unterschiede macht. Nach diesen werden bestimmte Eigenschaften bestimmten Geschlechtern zugeordnet. Zum Beispiel, dass “Frauen” einfühlsam und schwach seien und “Männer” stark und rational. Davon abgesehen akzeptiert diese Gesellschaft nicht, dass es auch andere Geschlechtsidentitäten geben kann: z. B. Trans-, Inter-, oder nicht-binär. So wird jeder Person nach äußerlichen Merkmalen ein bestimmtes Geschlecht und auch bestimmte Eigenschaften zugeteilt. Das schafft Außgrenzung, Vorverurteilung und viele andere Ungerechtigkeiten, welche wir mit einem emanzipatorischen Anspruch nicht reproduzieren wollen. Wir gehen gegen unsere eigene Sozialisation und die unserer Mitmenschen vor:
    Es gibt nicht ein oder zwei Geschlechter, es gibt viele verschiedene Fassetten unterschiedlichster sexueller/geschlechtlicher Identifikation oder Nichtidentifikation. So gibt es auch alle Möglichen Fassetten unterschiedlicher Interessen/Begabungen/Charaktereigenschaften. Diese lassen wir uns nicht Vorschreiben, nicht aufgrund unserer “Sozialisierung” und auch nicht von anderen! Wir bestimmen selbst wer wir sind und sein wollen, niemand hat das Recht das für uns zu bestimmen.
    Somit möchten wir auch das Punxpicnic genau in diesem Rahmen veranstalten und als Raum emanzipatorischer sowie diskriminierungsfreier Entfaltung betrachten. Denn Liebe, zu sich selbst und zu einer anderen Person, ist großartig! Liebt euch, wie ihr wollt! Wichtig ist, dass alle Beteiligten damit einverstanden sind und JA sagen. Wer was dagegen hat, kann nach Hause gehen und schmollen.

    //We all have been grown in a society which makes differences between
    certain genders. So different characteristics are related to a
    certain gender. For example it is told that „females“ would be
    sensitive and weak; „males“ would be strong and rational. This
    society is not accepting other genders besides these, e.g. trans-,
    inter-, or non-binary. According to its physical features people are
    described with a certain gender alongside with certain attributes.
    Social
    exclusion, prejudgement as well as many other unfair rules are
    created which we won‘t reproduce claiming an emancipatory
    lifestyle. We act against our own and the socialisation of

    all our fellow human.There are not only two genders there are a lot of various aspects of
    different sexual identification or non-identification. So there are
    as well various kind of aspects of different interests / talents /
    characteristics. We don‘t let us rule by these istructions not by
    „socialisation“ nor by others! We define ourselves who we are and
    who we want to be; nobody has the right to control our decision. Thus
    Punxpicnic should be happen within this frame like an emancipatory,
    non-discrimantory space for free development.
  • Unter „Grauzone“ verstehen wir Bands, die nicht der extremen rechten Szene zugeordnet werden können, jedoch Versatzstücken rechter Ideologie aufweisen. Ferner rechnen wir dem Bands zu, die keine Berührungsängste mit der extrem rechten Szene haben (mit rechten Bands die Bühne teilen, in rechten Locations auftreten oder Nazis zu ihren Freundeskreis zählen).
    Das Phänomen der so genannten „Grauzone“ findet sich in fast jedem Musikgenre; mal mehr, mal weniger explizit. Wichtig scheint in der Auseinandersetzung im Bereich Grauzone, dass Bands und Fans, die ihr zugerechnet werden, weder zwangsläufig Nazis oder Rechte sind, noch „handfeste“ Berührungspunkte mit der rechten Szene haben. Es geht vielmehr darum, dass eine latente Offenheit gegenüber Rechten (Inhalten) vorhanden ist. Dieser Offenheit wird häufig mit konservativen bis reaktionären Wertvorstellungen, unter dem Label des „Unpolitischen“, Vorschub geleistet.
    So verstehen sich Bands, die der Grauzone zugeordnet werden, meist selbst als „unpolitisch“ und versuchen sich so gegenüber den, von ihnen meist als strikt einheitlich, schwerfällig verstandenen, politischen „Lagern“ abzugrenzen.
    Dieses „unpolitisch“-Sein zeigt sich vor allem darin, dass die eigenen Musiktexte nicht als politische Statements wahrgenommen werden, sondern als emotionaler Ausdruck ihrer Gefühle verstanden werden wollen. Damit würden sie allerdings von jeglichem politischen Gehalt freigesprochen. So könnte z.B. die Meinung, dass Schwule „ja abnormal“ seien, als ganz legitimes Gefühl ohne politische Implikation verstanden werden.
    Aber das wäre falsch, denn: (fast) jede Interaktion mit der Umwelt ist politisch! Insbesondere das Ausdrücken von Emotionen, als Reaktion auf einen wahrgenommenen Zustand!
    Besonders in dem Bereich der „unpolitischen“ Bands und Fans werden in Texten, Statements, Symbolik und Ästhetik oft Wertvorstellungen vertreten, die Anknüpfpunkte an rechte Lebenswelten bieten. Insbesondere (Konstrukte wie) Familie, Vaterland und Nationalstolz werden häufig als unproblematische, „natürliche“ Werte verstanden. So finden sich gerade bei sich als „unpolitisch“ verstehenden Szenen immer wieder homophobe, sexistische, rassistische, antisemitische und nationalistische Inhalte, die auf Stammtisch-Niveau vorgetragen werden und sich nur marginal z.B. von denen der CSU unterscheiden.
    Auf Basis des eigenen „unpolitisch“-Seins erfolgt dann eine der Extremismustheorie folgende Gleichsetzung von Linken und Rechten, wie sie unter anderem auch von der Bundesregierung forciert wird. Menschenverachtende Politik und rassistische Morde werden so mit emanzipatorischen Vorstellungen und antifaschistischem Kampf gleichgesetzt.
    Anschlussfähig für rechte Lebenswelten wird die Szene vermeintlich Unpolitischer neben den Inhalten auch dadurch, dass die Szenegemeinschaft über alles gestellt wird. Hierbei spielt der sogenannte „Unity“-Gedanke eine große Rolle: So lange niemand explizit mit „Politik“ kommt, kann man gemeinsam feiern. Dabei stellt es dann auch kein Problem dar, den einen Abend zusammen mit bekannten Nazis bei einer „unpolitischen“ Band zu saufen und am nächsten Abend, vielleicht sogar mit „Good Night White Pride“-Aufnäher, im lokalen Autonomen Jugendzentrum zusammen mit linken Punks, Skins und Autonomen abzufeiern.
    Bands
    Grauzone sind für uns Bands, die
    1. … Konzerte in bekannten rechten Locations spielen.
    2. … mit rechten / rechtsoffenen Bands spielen und nichts dagegen sagen.
    3. … auf Labeln mit rechten / rechtsoffenen Bands veröffentlichen.
    4. … selber „grenzwertige“ Aussagen in Texten / Interviews treffen.
    5. … Aussagen / Texte gegen „die“ Antifa haben.
    6. … offensichtlich Rechte unter ihren Fans haben und sich nicht dazu verhalten.

    //
    We understand as bands within the field of „grey-zone“ such ones
    which are not to allocate to the extreme right-wing scene but spread
    ideologies which are partly alluded to the right-wing scene.
    Furthermore, we include these bands which have no fear of conctact
    with the extreme right-wing scene (sharing the stage with bands out
    of right-wing scene, gigs in locations of right-wing scene or
    including Nazis into their circle of friends). The phenomenon of
    „grey-zone“ is to find in nearly every music genre, sometimes
    more and sometimes less significantly. To analyse if a band is to
    find within the field of grey-zone it is important to regard the fact
    that these bands and their fans are not necessarily Nazis or have a
    right-wing mentality, nor have substantial contact points to the
    right-wing scene. In fact, it is a matter of latent openness to
    right-wing contents. With conservative up to reactionary ideals under
    the label of „apolitical“ ideas these openness is supported.
    Bands which are allocated to grey-zone often see themselves as
    „apolitical“ and try to distance themselves from the political
    perspective, which is mostly looked as strictly uniform and heavy
    structured.

    This „being apolitical“ is presented mainly by stating that the own
    song texts are not perceived as political statements but rather as
    emotional expression of their feelings. Thus this textes would be
    discharged of any kind of political content. So the statement gays
    would „of course be abnormal“ could be seen as a legit emotion
    without any political implication. But this would be incorrect, well
    (nearly) every interaction with the social surrounding is political!
    Especially the expression of emotions as a reaction of a perceived
    condition!

    When we speak of „apolitical“ bands and fans we see that particularly alongside with song texts, statements and symbolism often ideals are represented which offer connection to right-wing lifestyle. Specifically (constructs like) family, fatherland and national pride are frequently seen as uncomplicated „natural“ values. Just in case of these scenes which name themselves „apolitical“, homophobic, sexist, racist, antisemitic and national contents are to find again and again. These messages are presented like a pub debate and differ only marginally from the debates within the cdu fraction for instance.

    On base of the own behaviour of „being apolitical“ it follows an
    equation of left- and right-wing scene as per the theory of extremism
    like also among others urged from the federal government. Inhuman
    politics and racist murders are put on a line with emancipatory ideas
    and antifacist fight.

    By placing the scene above all, the right-wing lifestyle is more
    compatible besides getting perceived more „apolitical“ also with
    regard to contents. Hereby the thought of so called „unity“ is
    playing a big role: As long as nobody is speaking explicit of
    „politics“ people can party together. So it is not a problem to
    drink together with Nazis at an „apolitical“ gig and then the
    next evening, maybe even with „good night white pride“- patch,
    party together with left-wing punx, skins and autonomous in the local
    autonomous youth center.

  • Wir haben kein Bock auf Grenzen, auf Nationalstaaten (und deren Vertreter*innen) und Vaterlandsliebe! Lasst diese Ansichten und auch die Symbole zu Hause. D.h., am Besten auch das UnionJack-SexPistols-Shirt und den Parka mit Deutschlandflagge aufm Arm einfach mal im Schrank lassen. Warum? Weil so kultig wie auch immer, diese Symbole ganz klar für Nationalstaaten und deren (Abschottungs)Politik stehen – diese immer wieder zu zeigen, verfestigt auch unser Bild, dass Nationalstaaten unumstößlich und ganz klar mit Geografie, Haltung, Kultur etc. verknüpft sind. Nation / Nationalstaatlichkeit und Grenzen sind ein Konstrukt, welches erschaffen wurde um Ausgrenzung und Identität zu schaffen. Da wir der Meinung sind, dass es keinen Grund gibt sich über Nation oder Nationalstaatlichkeit zu definieren, lehnen wir dieses Konstrukt ab. No Borders! No Nations! Fuck deportation!

    //We won‘t deal with ideas of borders, nation states (and their
    representatives) and love to fatherland! Stay away with such ideas as
    well as the relevant symbols. That means also please don‘t present
    the old Sex Pistols shirt with Union Jack or the old parka with
    German flag on the sleeve. Why? Because, also when it is seriously
    cult, these symbols clearly stand for nation states and their
    (seperation) politics – by showing these symbols consistently our
    image of nation states is strengthen which is irrevocably linked to
    geography, attitude, culture etc. Nation / nation statehood and
    borders are a construct having been built up to create seperation and
    identity. As we are of the opinion that there is no reason to define
    oneself via nation or nation statehood we refuse this imaginary
    construct.

    No Borders! No Nations! Fuck deportation!

  • Faschismus ist eine nach einem Führerprinzip organisierte, undemokratische, rassistische, nationalistische Ideologie bzw. Staatsform. Es versteht sich von selbst, dass wir diese Ideologie in all seinen Formen ablehnen und niemanden mit solchen Ideologien akzeptieren.
    Gern schließen wir uns dem Schwur von Buchenwald an: “Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.”
    In diesem Sinne: reaktionäre Spinner*innen und Faschist*innen, Nationalsozialist*innen oder Querfrontverschwörungstheoretiker*innen, Nationalist*innen oder jede*r der*die mit sowas sympathisiert, bleibt zuhause und kann mal gepflegt nachdenken, was denn so falsch läuft!

    //Facism is an undemocratic, racist, nationalistic ideology respectively state
    form organized according to leadership principle. It is
    self-explanatory that we reject this ideology in all of its forms and
    won‘t accept anyone stating such ideologies. We are willing to join
    the oath of Buchenwald: „Our watchword is the destruction of Nazism
    from its roots, Our goal is to build a new world of peace and
    freedom.“ (On the Internet you can find a link here:
    "Buchenwald
    Oath"
    )

    In this sense: We call upon reactonary nerds and facists, Nazis or
    conspiracy theorists of Querfront, nationalists or anyone
    symphatizing with them - stay at home, think about your life and
    what‘s going wrong!

  • Aufgrund der historischen Verantwortung und auch aufgrund der seit Jahrhunderten beständigen und weit verbreiteten Ressentiments weisen wir expliziet darauf hin, dass wir Antisemitismus auf dem Festival nicht dulden. Es gibt weder eine “zionistische Weltverschwörung” noch die “Verräter von Jesus” oder was euch sonst noch alles an Ressentiments einfällt. Antisemitismus hat in der Vergangenheit Millionen Menschen das Leben gekostet und viele mehr auf ewig traumatisiert. Es ist ein Verbrechen ohne Gleichen und wir werden nicht zuschauen, wie Antisemitismus wieder salonfähig wird, egal wo, auch nicht hier. Antisemitismus hat, so wie auch andere Formen von Diskriminierung, viele Facetten und Formen.

    //Due to our historical liability and also due to widely spreaded ressentiments which last for centuries we underline that we won‘t accept antisemitic statements on the festival. There is neither a „Zionist world conspiracy“ nor the „betrayers of Jesus“ or what else you can imagine as ressentimental statement. Millions of people lost their lifes in past because of antisemitism and many more are traumatized forever. It is a crime story of no equal and we won‘t stand idly and watch whilst antisemitism is getting socially acceptable again, wherever, also not here. Antisemitism, as well as other types of discrimination, has a lot of facets and forms.

  • Im Grunde interessiert uns nicht, ob oder an wen ihr glaubt. Es interessiert uns aber schon, ob ihr fundamentalistische Ansichten vertretet. Wir bieten keinen Raum für Spinner*innen, welche meinen, der*die eine Gott*Göttin wäre besser als der*die andere und aufgrund dessen anderen (Nicht-)Glaubensrichtungen die Existenzberechtigung abspricht. Genauso verurteilen wir jeglichen religiösen Fanatismus, welcher dazu führt, Menschen zu unterdrücken, zu töten, misshandeln und/oder andere Ungerechtigkeiten zu reproduzieren. Gejammer von Abtreibungsgegner*innen, Verachtung von Menschen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit und heroisches Gesülze von Fundis über Krieger*innen für welchen Gott/Göttin auch immer will hier niemand hören.
    Wenn ihr euch in dem Text wiederfindet, dann holt euch eure eigene Verantwortung für euch und andere zurück und überlasst sie nicht irgendwelchen Gottheiten. Wenn ihr dann irgendwann soweit seid, könnt ihr nochmal darüber nachdenken vorbei zu kommen.

    //Essentially, we are not interested in knowing if or in whom you believe. But we are nevertheless interested in knowing if you‘re representing fundamentalist opinions. We offer no room for nerds which think his/her God is better than the other one and because of this deny other (non-)religions their right to exist. We also judge any kind of religious fanatism which leads to suppression of people, murder of poeple, abuses of people or reproduction of other inquities. Here, nobody wants to listen to the yammering of anti-abortionists, contemption of people due to their religious belonging and heroic blather of fundamentalists about warriors for whomever God. If you find yourself in this text then take back your own responsability for you and others and don‘t give it away to any godhead. And some day, if you will be ready, you can once again think about visiting our festival.

  • und allgemein gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – außer sie richtet sich gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. // and group-related human hostility unless it is directed against group-related human hostility

Wir wollen gemeinsam eine schöne und angenehme Zeit haben, dafür brauchen wir euch.
Wir rufen alle Teilnehmer*innen auf aktiv dafür zu sorgen, dass diskrimminierende Aussagen nicht unkommentiert bleiben. Diese gilt es zu erkennen und ihnen entgegenzutreten, also nicht drüber ärgern und schlucken, sondern Maul aufmachen und Verantwortung übernehmen. Seid ihr damit überfordert oder habt dazu keine Möglichkeit, warum auch immer, dann wendet euch an die das Awareness-Team.

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Awareness-Konzept // awareness-concept

Das PunxPicnic ist ein Ort für Menschen unterschiedlichster Herkunft, Zukunft und Gegenwart. Damit alle eine gute Zeit haben, wünschen wir uns einen diskriminierungsarmes Festival. Wir wissen jedoch um Probleme und Situationen, die auftreten können und wollen den Festivalbesucher*innen auch bei schwierigen Situationen zur Seite stehen. Dafür stellen wir ein Awarenessteam und einen SafeSpace zur Verfügung.
//
Punxpicnic is a place to meet people of different origins; their future and present experiences. For having a pleasant and comfortable time together with all we call up any festival guest to take action and to comment discriminatory statements in order to support a non-discriminatory and hierarchy poor festival. As we know how difficult this can be our awareness-team will assist you in special situations. For this, a safe space will be installed.

Wer?

Die Awarenesscrew ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus Personen, die sich schon länger oder kürzer mit dem Thema befassen. Es sind alles Laien, die zwar in Gesprächsführung geübt und an Menschen interessiert sind, die aber keine sozialpädagogische oder psychologische Ausbildung haben. Sie sind eng verbunden mit der Orgacrew, der Secu, Sanis und allen anderen Verantwortungsbereichen in und rund um das Festival – somit können ggf. auch gemeinsam Schritte gegen die Täter*innen vorgenommen werden. Außerdem sind wir bemüht, dass nicht nur “cis” Männer/Frauen die Awarenesscrew stellen, jedoch sind wir auch nur ein kleiner begrenzter Haufen und dies ist für uns eine strukturelle Herausforderung.

Wo?

Die* jeweilige Awarenessbeauftragte*r ist Teil des Orgateams im Orgabüro im Ajz-Infoladen (Glasfront). In jedem Orgateam gibt es eine*n Awarenessbeauftragte*n, bei Bedarf könnt ihr auch mit einer anderen Person aus dem Orgateam reden. Den SafeSpace – auch um mal runterzukommen und Energie zu tanken bei Tee und Keksen – findet ihr im Backstage > Sagt einfach im Orgabüro Bescheid.

Wie?

Die Awarenessbeauftragten sind im Orgabüro ständig ansprechbar. Wenn eine Grenzüberschreitung passiert, können sich die Betroffenen direkt dorthin wenden oder das Awarenesstelefon anrufen. Alle Helfer*innen auf dem Festival wissen um die Awarenesscrew und begleiten die Personen bei Bedarf direkt dorthin. Überall auf dem Picnic liegen Flyer, die über die Awarenesscrew aufklären und das Vorgehen sowie die Grundsätze erläutern.

Folgendermaßen wäre der Ablauf wenn sich eine betroffene Person im Orgabüro meldet:

  1. Ankommen und Runterkommen, ggf. Gespräch zwischen Opfer und Awarenessbeauftragte*r im SafeSpace, Begleitung des Opfers, so weit wie gewünscht
  2. Gespräch innerhalb des Orgaschichtteams zu weiterem Vorgehen und als Support für Awarenessbeauftragte
  3. Gespräch zwischen Secu und Awarenessteam und ggf. gemeinsames Vorgehen gegen Täter*in(nen)

Grundsätze

  • Vertraulich! Betroffene entscheiden, was offengelegt wird und was weitergegeben werden darf!
  • Respektvoll! Wir arbeiten nach dem Definitionsmachtsprinzip, d.h., dass das Opfer definiert was grenzüberschreitendes Verhalten ist und entscheidet gemeinsam mit dem Awarenessteam wie mit der* Täter*in verfahren wird. Wir arbeiten aktiv gegen das “victim blaming”, d.h. was für Betroffene grenzüberschreitendes Verhalten ist, entscheidet die Person selbst. Es ist nicht die Schuld der* Betroffenen, dass sie*er so empfindet und es ist nicht ihre*seine Aufgabe sich in die Sichtweise der*des Täter*in hineinzuversetzen.
  • Aufgabenteilung! Wir veranstalten keine Jagden oder schicken das Opfer auf Täter*innensuche! D.h. das Awarenessteam ist eine Anlaufstelle für betroffene Personen. Sie findet dort ein offenes Ohr, einen sicheren Raum und die Möglichkeit, das Geschehene mit externen Personen zu besprechen. Gemeinsam mit der* Awarenessbeauftragten suchen Betroffene nach Möglichkeiten für weitere Schritte. Diese bespricht die Awarenessperson umgehend mit dem anwesenden Orgateam (natürlich nur soviel, wie die betroffene Person preisgeben möchte) und diese geben das Vorgehen dann ggf. an die Secu, die Bar etc. weiter. Die Vertrauensperson fungiert bei der Umsetzung von möglichen Konsequenzen als Stellvertreter*in der betroffenen Person, sodass diese sich nicht weiter mit dem*der Täter*in auseinandersetzen muss. Denn wer sich auf dem PunxPicnic grenzüberschreitend verhält und sich nicht reflektiert, hat hier nix zu suchen!
  • Kollektiv! Die betroffenen Personen haben der*die Awarenessbeauftragte als Ansprechperson, diese hat wiederum ihr Team hinter sich mit dem es sich zu den Fällen abstimmt. Das Orgateam ist außerdem auch da, um die Awarenessbeauftragte zu unterstützen.
  • Fallspezifisch! Die Awarenesscrew hat keine Blaupausen vorbereitet oder weiß auf alles eine Antwort. Jeder Fall wird einzeln und mit größter Sorgfalt bearbeitet.
  • Laien am Werk! Das Awarenessteam besteht nicht aus Profis – aber sie haben Interesse an Menschen und sind für die Besucher*innen da!

Problematik / Reflektion

Wir sind uns bewusst darüber, dass die Entscheidungsgewalt der Orga-Crew/Awareness-Struktur Hierarchien fördert. Wir sind bemüht, so viel wie möglich Mitspracherecht für Besucher*innen zu gewährleisten. Leider sind auch wir mit der Problematik konfrontiert schnelle Entscheidungen treffen zu müssen, an denen nicht alle teilhaben können. Wenn sich Besucher*innen fremdbestimmt von uns fühlen sind wir darauf angewiesen, dass ihr uns darauf hinweist und zu uns ins Orgabüro kommt um konstruktiv Lösungen für alle zu finden. Wir freuen uns prinzipiell über Feedback und würden gern mit euch über das Problem von Informations- und Entscheidungshierarchien und / oder anderen ins Gespräch kommen.
Trotz und auch wegen dieser Problematik haben wir uns explizit für eine Awareness-Struktur entschieden um möglichst allen Ansprüchen gerecht zu werden und auch den Betroffenenschutz nach vorn zu stellen.

Erläuterungen

  • CIS/cis – Die Vorsilbe “cis” verweist auf die Übereinstimmung der eigenen Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Cis wird häufig genutzt, damit nicht nur trans*, inter* und nicht-binäre Personen markiert werden. Durch eine Bezeichnungsmöglichkeit für cis Personen wird vermieden, dass cis Personen als “das Normale” gelten und alle anderen als “die Abweichung”.
  • der Stern ( * ) kennzeichnet die Problematik der gesellschaftlichen Geschlechterzuordnung und enthält nicht nur “Frau” und “Mann” als Geschlechterdefinition, sondern beinhaltet auch trans-, inter-, und nicht-binäre Personen
  • Victim blaming oder blaming the victim (dt. Opferbeschuldigung, auch „Täter-Opfer-Umkehr“) ist die Beschreibung für ein Vorgehen, das die Schuld für eine Straftat beim Opfer sucht.

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Kinder // kids

Gesetzlich sieht es so aus: Unter 16-Jährige dürfen bis 24 Uhr allein auf dem Festival unterwegs sein, Kinder bis 12 Jahre nur bis 22 Uhr. In Begleitung eines/einer Erwachsenen und mit Muttischein darf jede_r alles ohne zeitliche Beschränkung. Macht was draus.
Für die Eltern unter euch: Der Bühnenbereich und der Zeltplatz sind sehr nah beieinander, eine Möglichkeit ruhig zu zelten gibt es demnach auf dem Gelände nicht. Achtet auf euren Nachwuchs und verpasst ihnen Gehörschutz, wenn sie während der Konzerte vor der Bühne rumwuseln.
//
Depending on the statutory rule we have to insist on certain points: teens up to 16 years age are allowed to stay until 12pm; kids and pre-teens up to 12 years age are allowed to stay until 10pm. If accomponied by adult persons or permittance by your parents you are also allowed to do nearly everything without time limit – so use your chance if you won‘t go to bed before midnight – 
Info for parents: The stage is located near by the camping space so there is  no real alternative for a calm stay. Take care of your kids and provide them with adequate ear protection if you want to take them to stage.

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special needs

Habt ihr besondere Anforderungen an euren Aufenthalt? Seid nicht uneingeschränkt mobil oder angewiesen auf barrierefreien Zugang? Dann schreibt uns an und wir finden gemeinsam eine Möglichkeit, wie ihr euch auf dem Punxpicnic wohl fühlen könnt.
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Do you have special requirements for your stay? You are not able to travel totally free or need barrier-free entry? Contact us and we surely find an opportunity for your comfortable stay.

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Tierfreundlich // Animal-friendly

Wir haben selber Hunde und müssen leider feststellen, dass das Punxpicnic kein geeigneter Raum zum wohlfühlen für sie ist. Viele Menschen, hohe Lautstärke, Scherben, Dunkelheit… auch der Platz im Bus außerhalb des Festivals ist begrenzt. Es ist Sommer und schnell heizt sich das Auto auf unerträgliche Wärme auf. Da wir auf dem Festival sind, verlieren wir schnell die Übersicht wie es unseren Weggefäht*innen geht.
Es ist nicht in unserem und auch nicht in eurem Sinn, dass es jemandem schlecht geht – vor allem, wenn es die Liebsten um uns sind. Deswegen bitten wir euch: lasst eure tierische Lebensgefährt*innen zu Hause bei netten Leuz und versöhnt sie mit nem extra langen Spaziergang.
Wir möchten, dass es ALLEN gut geht: Geht verantwortungsvoll mit euch und den Wesen die euch umgeben um, sonst sind wir gezwungen Verantwortung zu übernehmen.
Die AJZ-Küche ist von Hause aus vegan. Bitte nehmt darauf Rücksicht. Für uns als Veranstalter*innen gehört zu einer emanzipatorischen Lebensweise dazu sich Gedanken darüber zu machen, welchen Wert wir anderen Lebewesen beimessen. Unter anderem denen, die zu Hauf unter dramatischen Haltungs- und Tötungsbedingungen zum Verzehr “produziert” werden.
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As we also have dogs we can inform you that Punxpicnic is not the place for them to feel good and safe. There are plenty of people, it is loud and dark in the evening and broken glass may lay around. And please don‘t urge them to stay in your van etc. as it may be very hot, especially inside the van. There is no real time to take care of the dogs whilst celebrating the festival. Since it is surely also your interest we plead you to leave your beloved animals at home; maybe your friends can watch for them and you can surprise them with an extra long walk.
We wish that everyone, including animals, have a good time, are safe and feel comfortable so please take care; unless we will have to take responsibility. Our weekly AJZ public citchen is serving vegan meal in general. Please regard this. We as organizer understand our emancipatory livestyle also as a duty to take responsability for all creatures and give them valuable respect, also to them, which are „produced“ and murdered every day under dramatic conditions.

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Camping, Feuer und Müll // camping, fire and garbage

Für das Zelten richten wir wieder mehrere Campingzonen ein. Wir müssen darauf hinweisen, dass wir das Feuermachen außerhalb der AJZ Feuerstelle untersagen, da wir Hochsommer haben und somit höchstwahrscheinlich einen trockenen, leicht entzündlichen Wald um uns herum. Auch das Grillen bitten wir nur auf dem von uns zur Verfügung gestellten “Dreizonengrill” und dann auf der dafür vorgesehenen Zone zu betreiben. Wir verfügen über keinerlei Stellplätze für Wohnwägen/Autos/Busse. Solltet ihr eure Fahrzeuge in der Nähe abstellen wollen, müsst ihr auf die öffentlichen Parkplätze zurückgreifen.
Gäste die aus Neubrandenburg kommen, bitten wir eindringlich zu Hause zu schlafen, damit der Zeltplatz genug Raum für Menschen von außerhalb bietet.
In der Nähe des AJZ befinden sich zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten.
Bei eurer Abreise bitten wir euch: schaut euch um und helft uns den Platz wieder sauber zu bekommen. Das heißt: Mülltüte schnappen und etwas Müllsammeln. Vielen Dank.
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We will install some camping spaces as every year. But we have to insist on the fact that it is absolutey forbidden to make fire beside the AJZ area because in summertime a fire could easily inflame the dry wood surrounding us. Also if you want to grill we beg you to only use our 3zone-grill for meat, vegetarian and vegan food. 
As there is no space to park your caravan/car/van/bus on the festival area we have to direct you to public parking places near by the AJZ area. Guest which live in Neubrandenburg are pleased to stay at home in order to offer these limited camping spaces to guests from out of town. 
There are a lot of shopping facilities near to AJZ area but we request you to leave the place clean, i.e. take a garbage bag and help us. 
Many thanks in advance!

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Natur und Öko // nature and eco

Wir haben den Anspruch, das Festival möglichst in Rücksichtnahme auf die Umwelt zu gestalten. So haben wir unsere Tickets in einer regionalen Ökodruckerei printen lassen, haben die T-Shirts vegan, fair und ökologisch gedruckt. Außerdem diskutieren wir über Ökobrausen und -biere. Wir verteilen kompostierbares Geschirr, um die Müllproduktion während des Festivals einzuschränken.
Über die Toilettensituation wurde zudem ausgiebig debattiert: Leider sind wir  in diesem Jahr immer noch gezwungen auf die Standard-Chemie-Mietklos zurückzugreifen. Wir haben uns fest vorgenommen für die kommenden Festivals auf Komposttoiletten umzusteigen. Die verbrauchen kein Wasser und produzieren aus euren Stoffwechselendprodukten feinsten Dünger anstelle des umweltschädlichen Sondermülls.
//
Taking care of nature is also one of our claims. Our tickets have been printed in a regional eco-print shop and the shirts will be printed ecological, vegan and fair. We are discussing if we can offer also eco-soft drinks and eco-beer. Also we spread compostable dishes to reduce garbage production.
The matter of composting toilets has also been discussed – we try to realize it for the coming festivals but until that we will have to use the standard-chemical-dixies. At least, they don‘t waste water and produce best dung of your metabolic waste product instead of polluting special waste.

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Cops

Trotzdem und weil die Stimmung ausgelassen ist und wir alle neue Menschen kennenlernen wollen, gilt auch hier wie überall: “Bei Polizei und Staatsschutz, Anna und Arthur halten das Maul!”
Gibt es offizielle Sachen zu regeln mit den uniformierten oder zivilen Einschüchterungsgestalten, dann regeln das Leute vom Orgateam oder Anwälte. Im besten Fall meldet ihr dem Orgabüro Vorkommnisse die ihr in Bezug auf Bullen macht, dann leiten wir entsprechende Schritte ein. Auch Hinweise auf evtl. Schikanen, wie Kontrollen oder anderes, sind immer wichtig. Passt untereinander in euren Freundeskreisen aufeinander auf und erinnert euch an die Wand des Schweigens. Sollten Menschen in Gewahrsam genommen werden, warum auch immer, dann meldet euch bei uns mit Name, Geburtsdatum der*des Festgenommenen – wir versuchen dann bestmöglich zu helfen.
Wir haben in den letzten Jahren immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es möglicherweise zu Fahrzeug/Personenkontrollen rund um das Punxpicnic kommt. Seid darauf vorbereitet und lasst euch nicht einschüchtern.
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Despite and because of the frisky moot and besides the possibility to meet new people, we argue, as well known: „We don‘t speak with cops or state security.“
If there are matters to clear with them our orgacrew or lawyers will manage this. Inform someone in the orga office of the incident regarding cops and we will take measures. It is also important to inform us of harassments, controls etc. Take care for you and your friends and remember them of the wall of silence. Should someone been taken in custody, unless to know the reason, we try the best to help you. 
Within the last years we experienced that it probably can come to car/people screenings around the Punxpicnic. Be awared and don‘t be intimidated because of this.

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